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Überbordende Bürokratie wird kritisiert

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Der Sportkreis Wiesbaden hat Vertreter der Rathaus-Fraktionen eingeladen, um über die Lage der Sportvereine zu diskutieren. Besonders der immer weiter zunehmende Bürokratieaufwand für die Ehrenamtlichen war ein großes Thema

Mit der am 15. März anstehenden Kommunalwahl wird sich die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden möglicherweise deutlich verändern. Auf alle Fälle werden die neu gewählten Stadtverordneten Entscheidungen treffen, die auch die Sportvereine betreffen.

Vor diesem Hintergrund lud der Sportkreis Wiesbaden unter dem Vorsitz von Dieter Elsenbast Vertreter der Fraktionen ein, damit sie ihre Standpunkte vorstellen konnten. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Die immer gravierender werdende Bürokratie muss unbedingt abgebaut werden, um die ehrenamtlich Tätigen nicht noch mehr zu vergraulen. Seitens der Stadtverordneten wurde deutlich, dass die Politik nicht jedes Problem lösen kann.

Für die CDU betonte Rainer Pfeifer, dass der Nulltarif bei der Nutzung der städtischen Anlagen auch weiterhin erhalten bleiben muss. Mit Blick auf die geplante Sanierung des Helmut-Schön-Sportparks betonte Pfeifer, dass die angekündigte neue Tartanbahn absolut notwendig ist. Für den CDU-Mann sei es zudem eminent wichtig, die Bürokratie abzubauen.

Michael David (SPD) unterstrich, dass beim Thema Sportvereine die Fraktionen meist an einem Strang ziehen. Das neue Hallenbad in Kostheim bezeichnete er als eines der wichtigen Projekte der nahen Zukunft. Die Sanierung des Helmut-Schön-Park sei ebenfalls von großer Bedeutung. Der Sozialdemokrat zeigte sich erleichtert, dass dazu wenigstens Planungsmittel bereitgestellt worden seien. Grundsätzlich sei es wichtig, auch für Menschen, die nicht in Vereine gehen können, Bewegungsräume zu schaffen.

Hendrik Seipel-Rotter (Grüne) betonte die Bedeutung der Sportvereine für Inklusion und Integration, was wiederum wichtig für den Bestand der Demokratie sei. Er attestierte den Mitgliedern des Sportausschusses eine sehr kollegiale Arbeit. "Wir müssen den Sport auch in den Schulen stärken und fördern", forderte er.

Vereine bieten Kindern und Jugendlichen einen Anker

Für Alexander Winkelmann (FDP) ist die Förderung des Vereinssports grundsätzlich wichtig. "Denn die Vereine bieten besonders Kindern und Jugendlichen einen Anker." Der Freidemokrat forderte einen Abbau der Bürokratie und eine Stärkung der Digitalisierung. Den Mitarbeitern im Sportamt bescheinigte Winkelmann, dass sie einen sehr guten Job machen.

Ingo von Seemen (Linke) betonte, dass man die Entwicklung der Kommunalfinanzen nicht aus dem Blick verlieren dürfe. Die Linke habe in der jüngsten Vergangenheit dazu beigetragen, dass Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen vermieden wurden.

Ralf Offermanns (AfD) unterstrich, dass der Sport die Menschen verbinde - auf Vereinsebene und in den Schulen. Auch er setzte sich für einen Abbau von bürokratischen Hürden ein.

Nachwuchsproblem im Ehrenamt lösen

Für Daniel Weber (Volt) ist es wichtig, das Nachwuchsproblem im Ehrenamt zu lösen. "Man muss auch mal über Kooperationen von Vereinen nachdenken." Dabei sollten eventuelle Ressentiments beiseite geschoben werden. Wichtig sei es, die betreffenden Vereine voran zu bringen.

Peer-Sebastian Tiebing (Pro Auto) betonte, dass es in den entsprechenden Gremien so gut wie keine Streitpunkte gebe. Für ihn wäre es wichtig, die Zuschüsse für vereinseigene Anlagen anzuheben.

Der Sportkreis-Vorsitzende Elsenbast hakte zum Thema Ehrenamt nach und berichtete von unbeschreiblicher Bürokratie, zum Beispiel bei der Organisation des Tags der Vereine auf dem Schloss-Platz. Als weiteres Beispiel nannte er einen Schulhof, der abends für Teilnehmer einer Gymnastikstunde nicht mehr als Parkplatz zur Verfügung stehe. Das trage dazu bei, dass die betroffenen Ehrenamtler Frust schieben.

Man beschäftigt sich fast nur noch mit Bürokratie

Zu diesem Thema merkte Ralf Offermanns an, dass es grundsätzlich schwierig geworden sei, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Finanzielle Anreize zu schaffen, dürfte schwierig werden. Nach Beobachtungen von Peer-Sebastian Tiebing habe man den Eindruck, man beschäftige sich fast nur noch mit Bürokratie.

Für Daniel Weber sind die Vereinsstrukturen von heute nicht selten nur schwer mit dem Ehrenamt zu verbinden. Auch an dieser Stelle betonte er die Notwendigkeit, das betroffene Vereine Synergien nutzen. Für Ingo von Seemen ist es wichtig, dass die Arbeit der Ehrenamtler gewürdigt und wertgeschätzt wird. Nicht minder wichtig sei es, das Freiwilligen-Zentrum finanziell zu fördern und Schulungsangebote auf die Beine zu stellen.

Alexander Winkelmann kritisierte, dass die Zuständigkeiten in der Stadtverwaltung oft nicht klar definiert seien. "Wir brauchen daher eine zentrale Anlaufstelle für das Ehrenamt." Für Hendrik Seipel-Rotter ist es wichtig, dass für das Ehrenamt auch Kinder und Jugendliche gewonnen werden, beispielsweise über die Schulen. "Eine Patentlösung gibt es nicht", räumte Michael David ein. "Und das Ehrenamt darf nicht als Last und Belastung empfunden werden." Auch Rainer Pfeifer schloss sich der Forderung an, dass die Arbeit der Ehrenamtler gewürdigt und insgesamt attraktiver gestaltet werden muss.

Von den Zuhörern kam der Hinweis, dass Vandalismus auf Sportanlagen zu einem großen Problem geworden sei. Hier sei mehr Kontrolle gefordert. Vorsitzender Elsenbast regte an, zu prüfen, ob die Sportanlagen nach Trainingsende geschlossen werden. Dazu zeigten sich die Politikvertreter uneins. Ein Abschließen werde das Problem nicht lösen, lautete der überwiegende Tenor. Auch eine gute Erreichbarkeit der Sportstätten war den Zuhörern ein wichtiges Anliegen. Vorsitzender Elsenbast appellierte abschließend, am 15. März zur Wahl zu gehen.     

 

Artikel von Ralph Keim erschien am 14. Januar 2026 im Wiesbadener Kurier

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2026 Kommunalwahl (MI, 14. Januar 2026)

Kontakt

Sportkreis Wiesbaden e.V.
Diltheystr. 3a
65203 Wiesbaden

 

Tel: (0611) 74944