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Finanzen und Infrastruktur im Fokus: Aufgaben und Herausforderungen sind für Landessportbund Hessen größer denn je
Ein Ergebnis zum Strahlen: Mit einer beachtlichen Zustimmung von 97,4 Prozent der Stimmen bestätigten die Delegierten des Landessportbundes Hessen (LSBH) Juliane Kuhlmann als Präsidentin. Damit geht die 48 Jahre alte Diplom-Agrarökonomin aus Nauheim (Kreis Groß-Gerau) in ihre zweite Amtszeit als Präsidentin der Dachorganisation des hessischen Sports, nachdem sie vor drei Jahren die Nachfolge von Rolf Müller (Gelnhausen) angetreten hatte. "Ich freue mich, dass so viele Delegierte für mich gestimmt haben", sagte Kuhlmann nach ihrer Wiederwahl beim 30. Sportbundtag in Wiesbaden. Das motiviere sie, "an den Themen für die Zukunftsaufgaben des Sports weiterzuarbeiten".
Vizepräsident Weller lehnt Wiederwahl ab
Mit ihr wurde der Großteil des bisherigen Präsidiums bestätigt. Für Schatzmeister Helmut Meister (Schlüchtern), der in über 35-jähriger Amtszeit als Vizepräsident Finanzmanagement den Ausbau der Infrastruktur im LSBH maßgeblich mitbestimmt hatte, wurde Jörn Metzler (Weilmünster) neu ins Präsidium gewählt. Einzige Missstimmung: Frank Weller (Wetzlar) nahm als Vizepräsident Vereinsmanagement seine Wiederwahl mit nur knapp 55 Prozent der Stimmen nicht an. Was für eine Vakanz sorgt und zum anderen das Strahlen erheblich dämpfte.
Neben den turnusgemäßen Wahlen standen vor allem die Finanzen im Mittelpunkt. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) betonte den "hohen Konsolidierungsdruck" im Blick auf die Verteilung der Lasten für die verschiedenen Bereiche. "Das ändert aber nichts an der Unterstützung des Landes für den Sport." Doch mochte der Ministerpräsident keine Zahlen nennen im Blick auf den Beitrag für den Sport aus dem Anteil für Hessen (etwa 7,5 Milliarden) aus dem 500 Milliarden umfassenden Sondervermögen des Bundes, versprach aber eine "faire Lösung". Zur angekündigten "Sportmilliarde" des Bundes machte der CDU-Politiker ebenfalls keine detaillierten Ausführungen.
Kritischer Zustand jeder fünften Sportstätte in Hessen
Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mahnte, dass die Kommunen mit dem Rücken zur Wand stünden und dass es darum gehe, "das Sondervermögenschnell auf die Straßen zu bekommen". Denn die wichtigste Unterstützung des Sports sei die Bereitstellung von Sportinfrastruktur. "Das ist das A und O", sagte er. Für Thomas Weikert, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), ist jede fünfte Sportstätte in einem kritischen Zustand. Den Investitionsstau im hessischen Sport bezifferte der Funktionär aus Limburg auf zwei Milliarden Euro.
Deshalb forderte Juliane Kuhlmann, dass der hessische Sport mit "mindestens zehn Prozent des Landesanteils am Sondervermögen" bedacht wird. In diesem Rahmen beschloss der Sportbundtag auch eine als "Wiesbadener Erklärung" deklarierte Resolution, in der die Forderung nach Modernisierung der Sportinfrastruktur in Hessen konkretisiert wird.
Intern dürfte die finanzielle Ausstattung ebenso Sorgen bereiten. Denn die vom Präsidium angestrebte Beitragserhöhung um 30 Prozent (nachdem es zehn Jahre lang keine geben hatte) wurde von den Delegierten nach teils hitzigen Diskussionen auf 15 Prozent zurückgeschraubt. Auch da war von einem Strahlen längst keine Rede mehr. Und Juliane Kuhlmann sah ihre Zukunftsaufgaben um eine weiteren Punkt ergänzt.
Artikel aus dem Wiesbadener Kurier von Albert Mehl, erschienen am 30. September 2025
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